Dieser Film stand jetzt schon längere Zeit auf meiner Unbedingt-Schauen-Liste, ich habe öfters in meinem Schweinemarkt des Vertrauens geschaut, ob er vielleicht mal rumliegt und ich das als unbedingtes Zeichen sehen kann, ihn zu kaufen. Aber wenn man Dinge nicht selbst macht, werden sie nie gemacht, also nutzte ich eine spontane Kauflust auf Amazon, um die DVD mir selbst unterzujubeln.
Gestern kam also das Paket und ich sage mal so: der Film setzte sich im Wettbewerb der diesen-neuen-Film-schaue-ich-heute-das-erste-mal-Filme gegen Citizen Kane, Blue in the Face und No Country for Old Men durch. Also im eingelegt werden – die anderen werden auch noch kommen, nicht das die jetzt denken, sie wären drum herum gekommen.
Worum geht es? Joel (Jim Carrey) stellt fest, das seine Freundin Clementine (Kate Winslet) sich einen Tag nach einem großen Streit nicht mehr an ihn erinnern kann und zu allem Überfluss auch noch einen neuen Freund hat. Durch einen Zufall erfährt er, das sie sich sämtliche Erinnerungen an ihn und die gemeinsamen letzten zwei Jahre löschen lassen hat. Im Zorn beschliesst er, sich ebenfalls alle Erinnerungen an sie entfernen zu lassen.
In der folgenden Nacht erlebt er noch einmal alle gemeinsamen Erinnerungen und während der Löschung stellt er schnell fest, das er sich falsch entschieden hat. Daraufhin versucht er alles, um irgendwie wenigstens ein paar Erinnerungen an sie zu behalten und geht sogar dazu über, sie in vollkommen anderen Erinnerungen zu verstecken. Nichts hilft und er erwacht am nächsten Morgen mit einem merkwürdig leeren Gefühl, womit man wieder in der umschliessenden Rahmenhandlung angelangt ist, wo sich die beiden schon längst wieder begegnet und angenähert haben.
Dies ist zwar eine stark verkürzte Variante, aber einen solch komplexen Film in zwei Absätzen zusammenzufassen, ist auch nicht leicht. Vielleicht bequemt sich der Leser ja auch mal dazu, hier mitzuhelfen und schaut sich den Film halt mal selbst an.
Was macht diesen Film nun so speziell? Zum Einen ist da mal die ungewöhnliche Erzählweise. Zwischen Rahmenhandlung, der Nacht der Gedächtnisbereinigung und den Erinnerungen wird virtuos hin- und hergesprungen, so das sich für den Zuschauer das anfängliche große Fragezeichen zunehmend in ein einziges Ausrufezeichen verwandelt. Dazu kommt, das die Reihenfolge der Erinnerungen rückwärts abläuft, so dass die unangenehmen von Streit erfüllten späten Erinnerungen zunehmend durch die angenehmen überstrahlt werden – ganz nach dem Motto “man erinnert sich später nur an die guten Zeiten”.
Dazu kommen zwei fantastische Hauptdarsteller. Jim Carrey in seinen Nicht-Klamauk-Rollen gehört sowieso zu meinen absoluten Lieblingsschauspielern, der einfach eine unglaubliche Wandlungsvielfalt besitzt, was er in Filmen wie Mondmann, Lemony Snickets oder Truman Show bisher eindrucksvoll bewiesen hat.
Alles in allem ein schöner ungewöhnlicher Film, der sicher nicht das letzte Mal das Innenleben meines DVD-Laufwerks gesehen hat.